Ensueños - Little Corn Island

Wer hier ankommen möchte, muss die Flip Flops gegen Wanderschuhe tauschen und sich eine halbe Stunde durch das dichte Grün der Insel schlagen.
Der matschige Pfad im Wald weicht irgendwann einem dichten tunnelartigen Durchgang. Das Meeresrauschen lässt auf das Ziel hoffen. Am Ende des verschlungen Weges taucht ein verträumtes, kleines Haus auf.
Durch die Blätter sieht man bunte Fassaden, schräge Wände, verwinkelte Fenster, Traumfänger, rosa Bänke, blaue Treppen, verschiedene hölzerne Säulen und sieben Lampions. Der Name der Unterkunft, Ensueños, bezieht sich auf das Träumen und könnte nicht passender gewählt sein.
Von diesem Haus aus führen kleine Sandpfade durch ein Meer aus Palmen und kurzem Gras an den Strand: Postkartenmotivtauglich, war ja klar! 
Jede Hütte ist ein kleines Unikat. Unsere ist mit Palmenblättern bedeckt, orange gestrichen. Die Nachbarn wohnen in einem kleinen Baumhaus, erst auf den zweiten Blicken zu entdecken. Auch die drei anderen Hütten sind komplett unterschiedlich, eine mehr aus Holzstämmen, eine bunter, eine mit Bad und Küche.
Ob Hütten, Duschen, Tische, Sitzgelegenheiten, Hängemattenhalterungen oder ein Ausguck den man erklettern kann: Alles ist selbst gemacht. Die Liebe zum Detail, raffinierte Konstruktionen und simple Umsetzungen lassen das Hobbyheimwerkerherz höher schlagen. Als Aussteiger an einem einsamen Karibikstrand leben und aus Materialien, welche die Natur bereitstellt eine kleine Siedlung zu bauen, wirkt wie der wahrgewordene Hippietraum. Die totale Vollendung des alternativen Lebenswandels zeigt sich durch die künstleriche Ader und Verwirklichung des Besitzers in zahllosen Skulpturen und Gemälden auf hölzernen Tafeln. An jeder Ecke winkt die Gelegenheit, sich in einer Hängematte oder auf einer alten Holzbank niederzulassen. Alice hat ein zweites Wunderland. In der Karibik.
Und was macht man im einsamen Paradies? Abschalten, in den Tag hineinleben. Aufwachen ohne einen Plan zu haben und machen, worauf man Lust hat. Unter der Veranda dem Regen dabei zuschauen, wie er die Pamlenblätter entlang rinnt. In der Hängematte liegen und abwechselnd lesen und schlafen. Den Warnhinweis "What comes up, comes down" ignorieren und den etwa fünf Meter hohen Ausguck auf seine Stabilität überprüfen. Er hält. Mit dem Schnorchel dem scheinbar ewig flachen Wasser folgen und nach Korallen suchen.

Bei Spaziergängen entlang des Strandes stößt man vereinzelt auf andere Unterkünfte, die sich im einsamen Norden niedergelassen haben. Alle mit ihrem eigenen Charme. Zwei Doggen vor der Peace and Love Farm kuscheln im Sand. Die Uhr hat man schon länger nicht mehr an. Andere Leute trifft man, ohne sich zu verabreden am Strand oder zum Essen und Trinken. Sobald die Sonne verschwunden ist, erwacht hier der Dschungel. Moskitos sind die abendlichen Begleiter. Den Preis für diese Abgelegenheit zahlt man beim Essen. Hier wird mächtig draufgeschlagen und deutsche Preise deutlich überschritten. 

Christoph

















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