Auf dem Basiscamp des Cerro Chiripó denken wir anders. Wir frieren, wir haben 15 Kilometer bergauf zurückgelegt. Von rund 1500 Metern in Geraldo sind wir auf 3300 Meter aufgestiegen. In sieben Stunden. In sieben Stunden mit ausschließlich Regen. Wegen des Regens haben wir keine Pause gemacht. Alles tut weh...
Im Basiscamp macht jemand den Witz, in der Küche gäbe es eine Heizung. Es gibt keine. Die Stimmung ist nahe dem Gefrierpunkt - wie die tatsächliche Außentemperatur. (Und Innentemperatur)
Morgens um fünf (ja, morgens um fünf!) machen wir uns auf zum Gipfel. Wieder Aufstieg, weitere fünf Kilometer, zwei Stunden in den immer noch nassen Schuhen geht es über Stock und Stein bis zu den letzten 200 Metern, die wir auf den Fels klettern müssen. Alles liegt im Nebel.
Dann ein Schild. DER GIPFEL. Cerro Chiripó auf 3820 Metern. Wir sind da! Freudenschreie, die Costa Ricanische Flagge wird gewedelt, alle Schmerzen sind vergessen.
Vielleicht hat er uns ein bisschen gebrochen, aber dennoch macht uns der höchste Berg zwischen Guatemala und Columbien zum Abstieg ein Geschenk: Von West nach Ost reißt plötzlich die dicke Wolken- und Nebeldecke auf und wir sehen klar die umliegenden Berge, die Bergseen, die Ferne.
Die 20 Kilometer Abstieg erfolgen im Sonnenschein, wir lassen uns von der Gravitation nach unten treiben, die Kilometer fallen nur so. Nach 15 erreichen wir verschlammte Wege. Während der letzten Fünf erleiden wir Qualen. Die Knie sind durch, der Rücken tut weh. Stolz wie Bolle kommen wir dennoch im Casa Mariposa an. Hier warten Bier und - überraschenderweise - ein Thanks-Giving Dinner.
Next Stop: Parque Nacional Corcovado.
Prognose: Die Geschicht' vom Bullenhai. In weiteren Rollen: Das Krokodil, der nordspanische Bergpuma und viele Meer.














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